Freitag, 12. Dezember 2014

Byron Bay - der östlichste Punkt Australiens

Nachdem wir nun also die Grenze überschritten bzw. überrollt haben, war unser nächstes Ziel, mit der Hoffnung auf besseres Wetter, Byron Bay.
Wie wir es wollten verschwand der Regen und die Sonne kam raus, sodass wir schnell unsere lange Hose und den Pullover gegen kurze Sachen tauschen konnten.
In Byron Bay haben wir dann das Auto erstmal abgestellt und sind zu Fuß entlang des Strandes über ein paar gute Stellen mit sehr guten Aussicht zum Leuchtum gegangen. Auf dem Weg kamen wir am östlichsten Punkt des australischen Festlandes vorbei, von wo wir ca. 20 Delphine im Meer sehen konnten.
Gegen Nachmittag haben wir uns einen Campingplatz in der Nähe gesucht und dort unser Zelt aufgebaut. Natürlich fing es aber später wieder so stark an zu regnen, dass sich eine Fütze im Zelt bildete und wir beide im Auto schlafen müssen.
























Springbrook National Park - unsere erste Nacht im Auto

Leider wollte das Wetter gestern nicht, dass wir an der Gold Coast bleiben. Es war durchgehend am Regnen und auch für die nächsten Tage war nur schlechtes Wetter gemeldet. Daher wollten wir stattdessen weiter zum Lamington National Park fahren. Da dieser jedoch wegen des Unwetters gesperrt war, fuhren wir zum Springbrook National Park. Auf dem "Campingplatz" (nur ein paar Stellplätze und eine Toilette, bei welcher man zum Abspühlen mit dem Fuß das Wasser pumpen musste) angekommen, fing es auch dort wieder an zu regnen. Da der Regen den ganzen Abend anhielt und man dort nichts anderes machen konnte, sind wir schon um 20 Uhr schlafen gegangen. Dementsprechend sind wir am Morgen schon um 6 Uhr aufgewacht. Nachdem es am Abend total heiß im Auto war, mussten wir morgens den Schlafsack bis oben zu machen. Um 7 hörte es zum Glück auf zu regnen, sodass wir mit langer Kleidung und Jacke (die ich hier zum ersten Mal benutzt habe) zur Natural Bridge fahren konnten. Dies ist ein bekannter Wasserfall, der durch ein Loch in eine Höhle rein fließt (siehe Fotos).
Danach hieß es dann: "Tschüss Queensland, Hallo New South Wales". Mit dem Wechsel des Bundesstaates stellten sich auch unsere Uhren um, da hier Sommerzeit ist. Somit haben wir für die nächste Zeit erstmal 10 Stunden Vorsprung zu der deutschen Zeit.











Donnerstag, 11. Dezember 2014

Weiter geht's

Es ist wieder so weit! Ab jetzt geht unsere Reise weiter Richtung Süden (bzw. Christians startet jetzt erst richtig). Nach 5 Wochen arbeiten haben wir nicht nur einiges an Geld sparen können sondern auch viel erlebt und die Familie als Freunde gewonnen, zu denen wir jeder Zeit wieder kommen dürfen, wenn wir noch einmal in Australien sind.
Vorallem in den letzten Tagen versuchten sie uns nochmal einiges zu bieten: an einem Abend wurden wir von Robert (dem Vater von unserem Chef) zum Feuer und BBQ eingeladen. Also fuhren wir nach der Arbeit nach Minden zu seinem 45 Hektar großen Grundstück und saßen gemütlich mit zwei, drei Bier am Feuer zusammen und grillten das Fleisch über der heißen Gluht. Nach diesem sehr guten Abend wurden wir Montag Abend noch in seinen großen Whirpool eingeladen, was nach 5 Wochen Arbeit sehr entspannend war. Am letzten Abend wurde dann noch einmal BBQ gemacht. Dieses Mal aber nicht mit "normalem" Fleisch, sondern mit den wahrscheinlich besten Steaks, die es gibt - den Vague Steaks, welche ca. 200 Euro pro Kilo kosten.
Heute morgen war es dann so weit - unsere Reise ging endlich weiter. Als Dankeschön für die gute Zeit und das Essen gaben wir Joanna (Frau vom Chef) zum Abschied eine Packung Lindt Schokolade. Daraufhin fing sie an total zu weinen. Gerard brachte uns dann noch zum Autiverleih. Da wir noch 45 Minuten warten mussten, bekamen wir ein Navigationssystem für die Reise umsonst dazu. Nachdem wir ein paar Sachen eingekauft haben fuhren wir weiter zum ersten Stop - Gold Coast. Leider ist im Moment jedoch sehr schlechtes Wetter und es soll noch schlimmer werden. Daher haben wir uns jetzt entschlossen statt bei Regen an den Strand zu gehen weiter zum Lamington National Park zu fahren.

Ab jetzt werden wieder etwas regelmäßiger neue Blogbeiträge kommen. Ab und an jedoch zunächst ohne Bilder. Diese werden aber sobald ich W-Lan habe hochgeladen.





Donnerstag, 4. Dezember 2014

Der Job mit den wahrscheinlich besten Konditionen nähert sich dem Ende

Noch eine Woche, dann ist unsere Arbeitszeit hier vorbei.
Eigentlich wurde uns gesagt, dass wir nur 3 Wochen dort arbeiten können; da Gerard (unser Chef) aber mit unserer Arbeit sehr zufrieden war und er gemerkt hat, dass mehr zu tun ist, als er dachte, können wir insgesamt 5 Wochen bleiben.
Somit geht nicht nur die Zeit zu Ende, in der wir 5 bis 6 Tage die Woche von 6 Uhr morgens bis 17 Uhr mit einer Stunde Pause arbeiten, sondern auch die Zeit, in der wir zwischendruch mit Pfannkuchen, Eis, Rührei, Smoothies und vielen anderen leckeren Sachen versorgt werden. Wir werden es wirklich vermissen, immer einen gefüllten Kühlschrank, ein gemütliches Bett, ein eigenes großes Bad und diese ganzen Dinge zu haben. 

Auch die Arbeit war immer abwechslungsreich: Wir mussten sehr viele Eukalyptusbäume (über 1000 Stück) mit einer Handsäge abschneiden, diese verbrennen, Gebüsche mit dem Traktor vernichten, 400 neue Löcher mit dem Bobcat bohren, diese mit Erde und einer neuen Pflanze befüllen, Kompost um den neuen Baum verteilen und diese anschließend mit Mulch verdecken. Alle zwei Tage mussten die Pflanzen bewässert werden, was 5 Stunden dauert, was auch der Grund dafür war, dass wir auch noch ein Bewässerssystem verlegen. Einen Tag mussten wir auf einer Baustelle arbeiten, mit dem Bobcat und Haken zwei Flächen gerade machen und an einem anderen Tag musste ich Erde ein paar Meter weiter weg schaufeln.

Neben dem Bedienen der Maschienen und dem Einpflanzen erklärte er uns außerdem, wie man ein Steak richtig macht (die Australier lieben Steak) und wie die Australier ticken. Letzteres fanden wir immer sehr interessant und machten uns dann auch öfters darüber lustig. 
Wenn ein Australier zum Beispiel sagt, er wäre um 9 Uhr da, hat man Glück, wenn er um frühestens 10 Uhr kommt. Entschuldigen muss man sich dafür nicht, da es vollkommen normal ist. Auch wenn jemand sagt, dass er am einem bestimmten Tag kommt, musst das nicht heißen das er kommt. So sollten zum Beispiel in unserem Zimmer Sonnenblenden angebracht werden. An dem Tag, an dem dies geschiehen sollte, erhielt Gerard eine Mail, dass sie morgen kommen würden und er doch bitte schreiben solle, ob dies passe. Auch hier wurde sich nicht entschuldigt, wozu es ja auch garkeinen Grund gibt. 
Wie man sieht, sind die Australier also ziemlich entspannt drauf, was auf der einen Seite ja ziemlich gut ist, aber dadurch, dass man sich auf niemanden richtig verlassen kann auch sehr gewöhnungsbedürftig. Sogar das Haus und die Autos werden nie abgeschlossen und die Schlüssel einfach drin liegen gelassen.
Vielleicht schreib ich mal mehr über den "australischen Lifestyle", ist ziemlich interessant der Unterschied zu uns Deutschen.

Was uns sehe gewundert hat, ist, dass uns total vertraut wurde. Es fing damit an, dass wir direkt am ersten Tag mit dem Auto zurück zum Hostel fahren durften, um unsere Sachen zu holen. Wir mussten weder unseren Führerschein zeigen, noch hatten die unseren kompletten Namen. Seit Dienstag haben wir für 4 Tage Sturmfrei, da die Familie im Urlaub ist. 

Auch die Familie war super nett, wir unterhielten uns sehr viel mit ihnen und hatten Spaß. Lustig war zu sehen, dass Gerard sich immer über seinen Vater aufregt, da er viele negative Sachen erzählt (über Fraking, GeoEnginiering, Holocaust,...) und mit allen Sachen sehr vorsichtig war. Angesehen davon, dass Gerade im Gegensatz zu seinem Vater immer gut drauf ist, sind die beiden sich sehr ähnlich: die Mikrowelle wird wegen der vielen Stahlung nicht benutzt, W-Lan nur für uns angemacht, da auf Dauer die Strahlen sehr gefährlich werden. Auch das Handy wird nie ans Ohr gehalten und das Wasser wird doppelt und dreifach gefiltert. 

Abends konnte man immer einige Kängurus über das Grundstück hüpfen sehen. Beim Autofahren in der Dunkelheid war es jedoch nicht so schön, wenn vor einem Kängurus die Straße überqueren. Zum Glück ist aber nichts passiert, da ich noch früh genug bremsen konnte.

Alles in einem hatten wir hier aber, dank der guten Konditionen einem extrem netten Chef, abwechslungsreicher Arbeit und auch dadurch, dass wir viele neue Sachen gelernt haben, eine sehr gute Zeit. Mittwoch wird dann wahrscheinlich unser letzte Arbeitstag sein.